Episode 1: KI-Neustart 2026 – Agenten, Roboter, AGI | KI Podcast MangoblauAI
5 Min. Lesezeit • 04.01.2026
Das neue Jahr startet mit einem Paukenschlag: Während die Welt zwischen den Feiertagen zur Ruhe kam, arbeiteten KI-Entwickler auf Hochtouren. Dennis Westermann und Axel blicken in der ersten Episode 2026 nicht nur zurück, sondern vor allem nach vorne. Was bedeutet Künstliche Intelligenz wirklich für Unternehmen, Kreative und die Gesellschaft? Die beiden Hosts sprechen Klartext über Chancen, Risiken und die Entwicklungen, die 2026 prägen werden.
Vibe Coding Revolution: Von der Idee zur Software in 48 Stunden
Dennis berichtet von einem bemerkenswerten Hackathon-Projekt, das die Möglichkeiten moderner KI-Entwicklung eindrucksvoll demonstriert. Gemeinsam mit Christian entwickelte er innerhalb von zwei Tagen eine funktionsfähige Software für Prozessdokumentation – ein Projekt, das klassisch 8-12 Wochen mit einem vierköpfigen Team gedauert hätte. Das Besondere: Die Entwicklung erfolgte durch orchestrierte KI-Agenten, die Dennis per Sprachbefehl steuerte. "Ich stehe auf einem Podest und rufe in die Halle voller Arbeiter", beschreibt er die neue Art des Programmierens.
Die entstandene Software "No Flow" löst ein fundamentales Problem in Unternehmen: Wenn erfahrene Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, geht wertvolles Wissen verloren. Die Lösung ermöglicht es, Prozesse per Sprachnachricht und Screenshots zu dokumentieren. Ein integrierter KI-Validator überprüft die Vollständigkeit und fragt gezielt nach, wenn Schritte unklar bleiben. Dennis schätzt den bisherigen Entwicklungsaufwand auf etwa 56 Manntage – realisiert in wenigen Tagen durch den Einsatz von Claude und spezialisierten Agenten-Systemen.
Neurodiversität als Superpower in der KI-Ära
Ein bemerkenswerter Moment der Episode: Dennis spricht offen über ADHS als Stärke statt Handicap. "Was ich früher dachte, was ein Handicap wäre, ist eigentlich meine Superfähigkeit", erklärt er. Die Fähigkeit, 20 Tabs parallel zu bearbeiten und ultrakomplexe Aufgaben gleichzeitig zu orchestrieren, macht ihn zum idealen "AI Prototype Engineer" – ein Beruf, der durch die neuen Möglichkeiten erst entsteht.
Beide Hosts plädieren für mehr Akzeptanz von Neurodiversität in Unternehmen. Statt alle Mitarbeitenden in uniforme Strukturen zu pressen, sollten individuelle Stärken erkannt und gefördert werden. Dennis verweist auf Tech-Unternehmen wie Google oder Apple, die flexible Arbeitsmodelle etabliert haben. Die Botschaft: In einer Welt, in der KI-Tools individuell einsetzbar sind, wird die Vielfalt menschlicher Denkweisen zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
Ausblick 2026: Zwischen Professionalisierung und Skandalen
Für das laufende Jahr prognostizieren die beiden Hosts eine Phase der Professionalisierung. Die reine Begeisterung über neue Features weicht der ernsthaften Integration in Geschäftsprozesse. Dennis beobachtet: "ChatGPT 5.2 interessiert mich nicht mal so doll, dass ich mir ein 5-Minuten-Video darüber angucken würde." Die Technologie wird zur Selbstverständlichkeit.
Gleichzeitig erwarten beide erste größere Skandale – etwa im Journalismus, wo KI-generierte Inhalte ohne ausreichende Kontrolle veröffentlicht werden. Die Diskussion über KI-Influencer, die nach dem Tod ihrer Schöpfer weiterlaufen, oder KI-generierte Artikel, die Preise gewinnen, zeigt: Die gesellschaftlichen und ethischen Fragen werden 2026 drängender. Axel warnt vor wachsender Verdrossenheit bei Menschen, die den Anschluss verpassen: "Wenn du bis heute noch nicht einmal ChatGPT benutzt hast und dann fängst du damit an, ist das schon ein ganz schöner Batzen."
Die Episode endet mit einem Aufruf zur Selbstreflexion: Stell dir vor, es ist der 31. Dezember 2026 – was hat dieses Jahr zu einem richtig guten Jahr gemacht? Eine Frage, die zum aktiven Gestalten statt passiven Konsumieren einlädt.
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