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Episode 29: AI Agents, Meta Glasses und iOS 26 - KI Podcast MangoblauAI

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5 Min. Lesezeit • 21.09.2025

Die KI-Welt dreht sich schneller als je zuvor – und manchmal schneller, als die Technologie tatsächlich mithalten kann. Dennis Westermann und Axel nehmen in dieser Episode die heißesten Entwicklungen unter die Lupe: von AI Agents, die noch nicht ganz halten, was sie versprechen, über Apples strategische Weichenstellung mit iOS 26 bis hin zu Meta Glasses, die live auf der Bühne scheitern. Dazu gibt es Einblicke vom KI-Kongress in Berlin und eine ernüchternde Erkenntnis über Deutschlands KI-Nutzung im internationalen Vergleich.

Der Perplexity-Browser Comet: Wenn AI Agents wirklich funktionieren

Dennis berichtet begeistert von einem echten Durchbruch: Der neue Comet-Browser von Perplexity hat ihn beim nächtlichen Vibe-Coding gerettet. Die Aufgabe war komplex – Serverkonfigurationen, Environment-Variablen, verschachtelte Menüs. Während Cloud Code nach drei Stunden noch im Loop hing, löste der Comet-Agent das Problem in einer Minute. Der Agent navigiert selbstständig durch Websites, findet die richtigen Einstellungen und trägt Daten ein – vollautomatisch. "Du schreibst die Aufgabe rein, drückst Enter, machst einen neuen Tab auf, guckst ein bisschen auf YouTube, und wenn du wieder kommst, ist das einfach erledigt", fasst Dennis zusammen. Die Technologie funktioniert mit allen möglichen Plattformen – von WordPress über LinkedIn-Einstellungen bis hin zu komplexen Verwaltungsoberflächen. Google kündigte ähnliche Features für Chrome an, doch Perplexity ist bereits live.

iOS 26 und die Vorbereitung auf die AR-Zukunft

Apples neues Betriebssystem iOS 26 sorgt für Verwirrung – nicht wegen fehlender Features, sondern wegen seiner ungewöhnlichen Glasoptik. Auf dem KI-Kongress in Berlin erfuhr Axel den wahren Grund: Apple bereitet Nutzer systematisch auf Augmented Reality vor. Die durchscheinende, fluide Oberfläche trainiert das Auge bereits jetzt darauf, dass Inhalte über den Hintergrund gelegt werden – genau wie bei AR-Brillen. "Die gewöhnen uns daran, dass wir quasi eine Brille aufhaben und dass wir etwas vorne eingeblendet haben, aber dass trotzdem der Hintergrund unscharf im Hintergrund erhalten bleibt", erklärt Axel. Die Apple Vision Pro zeigt bereits, wohin die Reise geht: Ein Nutzer aus der Community berichtete Dennis von der Möglichkeit, im Flugzeug mit drei riesigen virtuellen Bildschirmen zu arbeiten – gesteuert nur mit Augen und Gesten. Die neue Meta Glasses mit Ray-Ban, die für 799 Dollar startet, geht in eine ähnliche Richtung, hatte bei der Live-Präsentation allerdings einen peinlichen Moment: Der AI-Assistent hing in einer Endlosschleife fest.

Deutschland im KI-Rückstand: Ernüchternde Zahlen von Anthropic

Ein Report von Anthropic offenbart eine unangenehme Wahrheit: Deutschland hinkt bei der KI-Nutzung massiv hinterher. Während in Israel 28 bis 30 Prozent der Unternehmen KI einsetzen, sind es in Deutschland nur rund 10 Prozent. Der AI Usage Index zeigt: Deutschland liegt mit 1,84 knapp über dem weltweiten Durchschnitt – Israel erreicht Faktor 7, Singapur Faktor 5, die USA Faktor 3,5. "Ich mache mir Sorgen um die deutsche Ökonomie, um den Standort Deutschland", gibt Axel zu. Gleichzeitig berichtet er vom KI-Kongress Neuland Pro Connect in Berlin, wo eine völlig andere Stimmung herrschte: "Wenn du in dieser Bubble bist, dann denkst du, wie geil ist das denn? Es hat vor Zukunfts-Ideen und positivem Mindset geglüht." Die Diskrepanz zwischen der engagierten KI-Community und der breiten Wirtschaft könnte kaum größer sein.

AI Agents: Alle reden drüber, keiner kann's richtig

Dennis bringt es mit einem treffenden Vergleich auf den Punkt: "AI Agents sind wie Teenage-Sex – alle reden darüber, niemand weiß richtig, wie es funktioniert, alle denken, dass es die anderen schon tun, und deswegen tun alle so, als würden sie es auch tun." Die Technologie steckt noch in den Kinderschuhen, auch wenn einzelne Lösungen wie Comet bereits beeindruckende Ergebnisse liefern. Selbst Tech-Giganten kämpfen mit der Zuverlässigkeit – Metas Live-Demo war dafür das beste Beispiel. Trotzdem: Die Richtung stimmt. Google Gemini kann jetzt Audio-Dateien verarbeiten und transkribieren, Codex 2.0 von OpenAI löst komplexe Coding-Probleme in Sekunden, und Google Gemini hat dank der neuen Bildbearbeitungsfunktion erstmals ChatGPT vom ersten Platz im App Store verdrängt. Die Botschaft ist klar: Wer jetzt nicht lernt und experimentiert, wird abgehängt. Dennis' Rat: "Macht eine vernünftige Berufsausbildung, baut parallel euer KI-Skillset auf und bleibt flexibel."


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