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Episode 35 - NEO-Roboter, Claude Updates & ATLAS Browser – KI Podcast

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5 Min. Lesezeit • 02.11.2025

Die Welt der Künstlichen Intelligenz hat einen neuen Meilenstein erreicht: Der erste humanoide Haushaltsroboter NEO ist ab sofort vorbestellbar – für 20.000 Dollar, Auslieferung ab 2026. Was wie Science-Fiction klingt, wird zur Realität und markiert möglicherweise einen neuen ChatGPT-Moment. Dennis Westermann diskutiert in dieser Halloween-Sonderfolge die weitreichenden Konsequenzen dieser Entwicklung und beleuchtet gleichzeitig die neuesten Updates von Claude sowie den Atlas-Browser von OpenAI.

Der NEO-Roboter: Dystopie oder Revolution?

Die Firma 1X Technologies hat mit NEO einen humanoiden Roboter vorgestellt, der für den Haushaltsgebrauch konzipiert wurde. Für eine Anzahlung von 200 Dollar kann das Gerät bereits vorbestellt werden, die Auslieferung in den USA soll 2026 beginnen. Der Roboter verfügt über Chat GPT-Integration, Internetverbindung und eine Akkulaufzeit von etwa vier Stunden. Besonders bemerkenswert: NEO nutzt Schwarmintelligenz. Wenn ein Roboter eine neue Aufgabe lernt, profitieren alle anderen Geräte durch automatische Updates davon.

Die Technologie basiert auf einem innovativen Ansatz: Statt direkter Motorensteuerung verwendet NEO ein Sehnensystem, das menschliche Muskelbewegungen nachahmt. Dadurch wirken die Bewegungen natürlich und flüssig. In der Anfangsphase können menschliche Operatoren per Fernsteuerung eingreifen, wenn der Roboter bei komplexen Aufgaben Unterstützung benötigt. Diese Interaktionen dienen gleichzeitig als Trainingsdaten für zukünftige Verbesserungen.

Dennis wirft kritische Fragen auf: Was bedeutet es für den Arbeitsmarkt, wenn ein Roboter für den Preis eines halben Jahresgehalts verfügbar ist? Welche Sicherheitsrisiken entstehen durch die permanente Internetverbindung? Die monatliche Mietoption für 499 Dollar könnte NEO schnell zur Alternative für Reinigungskräfte oder andere Dienstleister machen – mit weitreichenden gesellschaftlichen Konsequenzen.

Claude AI: Sechs Updates in zehn Tagen

Anthropic hat mit einer beeindruckenden Update-Frequenz aufgewartet. Das neue Modell Claude Haiku 3.5 übertrifft bereits das vorherige Mittelklassemodell Sonnet 3.4 und gilt als besonders effizient für Computer-Steuerungsaufgaben. Die Desktop-App ermöglicht jetzt Sprachausgabe in natürlich klingendem Deutsch sowie Diktierfunktionen per Tastendruck.

Für Entwickler besonders relevant: Claude Code funktioniert nun direkt im Browser und kann GitHub-Repositories automatisch analysieren und bearbeiten. Dennis beschreibt den Workflow: Vom Sofa aus lassen sich Projekte überprüfen, Probleme identifizieren und Lösungen direkt auf GitHub hochladen – ohne Terminal-Zugriff. Zusätzlich hat Anthropic branchenspezifische Angebote für Life Sciences vorgestellt und zielt damit auf die über zwei Billionen Dollar schwere Gesundheits- und Forschungsindustrie ab.

Ein weiteres Update betrifft Microsoft Excel: Eine Beta-Version von Claude als Sidebar soll Finance-Professionals bei der Datenanalyse und -modellierung unterstützen. Die Geschwindigkeit der Entwicklung ist bemerkenswert – was früher Monate dauerte, wird jetzt in Tagen ausgerollt.

Terminal-Agenten und Browser-Überwachung

Dennis teilt eine Erkenntnis, die seine Arbeitsweise verändert hat: CLI-Agenten wie Claude Code oder Codex funktionieren im Terminal und können direkt auf lokale Dateien zugreifen. Statt im Browser den Kontext zu verlieren, erstellt der Agent Notizen auf dem eigenen Rechner. Bei der nächsten Sitzung liest er diese Notizen und setzt die Arbeit nahtlos fort. Dennis demonstriert dies am Beispiel einer vollgelaufenen Festplatte: Claude Code identifizierte 700 Gigabyte Chrome-Cache-Dateien, die manuell nicht auffindbar waren.

Der neue Atlas-Browser von OpenAI wirft hingegen Datenschutzfragen auf. Das Tool kombiniert Browser-Funktionalität mit KI-Agenten, verlangt aber weitreichende Zugriffsrechte auf den Browserverlauf. Diese Daten werden zur Personalisierung von ChatGPT genutzt – eine Entwicklung, die Dennis kritisch sieht. Während Google Chrome den Suchverlauf speichert, geht Atlas einen Schritt weiter und nutzt das Surfverhalten aktiv für KI-Training.

Ausblick: KI zieht ins Wohnzimmer ein

Die Ankündigung, dass Google Gemini in Alexa-ähnliche Geräte integriert, unterstreicht den Trend: Künstliche Intelligenz verlässt den Bildschirm und wird physisch erlebbar. Die Einstiegshürden sinken kontinuierlich – von komplexen Prompts zu Sprachbefehlen an vertraute Smart-Home-Geräte. Dennis kündigt für Dezember ein Live-Event zum KI-Jahresrückblick an, bei dem die rasanten Entwicklungen des Jahres 2025 gemeinsam reflektiert werden sollen. Die zentrale Frage bleibt: Schaffen wir als Gesellschaft den Übergang in diese neue Ära, oder überrollt uns die Technologie?


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