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S01/E02 KI-Talk: Noch chaotischer, noch mehr Ideen und Tools - KI Podcast

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5 Min. Lesezeit • 15.12.2024

Die zweite Episode von MangoblauAI wird persönlich: Dennis Westermann und Axel Berger sprechen über die rasante Entwicklung von KI-Tools, die unterschiedliche Wahrnehmung der Technologie in der Gesellschaft und darüber, wie Künstliche Intelligenz ihre Arbeit verändert. Dabei wird deutlich, wie groß die Kluft zwischen Early Adopters und der breiten Bevölkerung noch immer ist.

Die KI-Kluft: Zwischen Begeisterung und Unkenntnis

Axel Berger, der als Experte für generative KI regelmäßig Workshops und Vorträge hält, berichtet von einer ernüchternden Beobachtung: Selbst in speziellen KI-Workshops nutzen nur etwa 20 Prozent der Teilnehmer ChatGPT aktiv. Noch drastischer wird es bei der Frage nach Bezahlaccounts – hier heben maximal ein bis zwei Personen die Hand. Diese Zahlen sind besonders bemerkenswert, da es sich bereits um Menschen handelt, die gezielt ein Interesse am Thema mitbringen.

Dennis ergänzt, dass die tatsächliche Nutzungsrate in der Gesamtbevölkerung vermutlich noch deutlich niedriger liegt. Für ihn ist diese Zurückhaltung kaum nachvollziehbar, nutzt er doch seit Tag eins ChatGPT für alltägliche Aufgaben – vom Diktieren von E-Mails bis hin zur Programmierung komplexer Software. Die Technologie hat seine Arbeitsweise grundlegend verändert und ihm Fähigkeiten ermöglicht, die vorher undenkbar schienen.

Von Python-Code bis Voice Cloning: KI als Gamechanger

Besonders beeindruckend schildert Dennis seine Erfahrungen mit KI-gestützter Programmierung. Ohne tiefgreifende Vorkenntnisse hat er sich mithilfe von ChatGPT Python beigebracht und komplexe Software entwickelt – Projekte, die selbst erfahrene Entwickler überrascht haben. Seine Methode: Ein Fachbuch über Python-Programmierung von ChatGPT analysieren lassen und dann Schritt für Schritt mit der KI zusammenarbeiten.

Die beiden diskutieren auch die neuesten Entwicklungen im Voice-Bereich. Eleven Labs ermöglicht mittlerweile, Stimmen allein durch Textbeschreibungen zu generieren – etwa "die Stimme eines magischen Zauberers". Der neue Voice Mode von ChatGPT beeindruckt durch nahezu verzögerungsfreie Gespräche, bei denen die KI sogar singen oder dramatisch vortragen kann. Dennis demonstrierte dies eindrucksvoll mit einem spontan generierten Gedicht über einen DJ im Plattenbau.

Kritische Töne: Wenn KI-Hype auf Realität trifft

Trotz aller Begeisterung äußern beide auch deutliche Kritik. Dennis warnt vor unseriösen Geschäftsmodellen, bei denen junge Agenturen automatisierte Kaltakquise über Facebook und Instagram anbieten – ein klarer Verstoß gegen die Meta-AGB, der zur Sperrung von Unternehmensseiten führen kann. Axel beobachtet eine Flut von KI-generiertem Content auf LinkedIn, wo sich Roboter mit Robotern unterhalten, ohne echten Mehrwert zu schaffen.

Besonders kritisch sehen sie die Coaching-Branche, die durch unseriöse Anbieter stark in Verruf geraten ist. Junge "Experten" ohne echte Erfahrung versprechen schnellen Erfolg und hohe Umsätze – ein Geschäftsmodell, das auf falschen Versprechungen basiert. Beide betonen, dass echter Erfolg nach wie vor harte Arbeit, Erfahrung und Zeit erfordert. Dennis' Credo: "Das Bessere ist der Feind des Guten" – eine Weisheit seines Großvaters, die heute aktueller denn je scheint.

Die Episode macht deutlich: KI ist ein mächtiges Werkzeug für diejenigen, die sich damit auseinandersetzen. Gleichzeitig bleibt die Technologie für viele noch ein Buch mit sieben Siegeln – eine Kluft, die sich in den kommenden Jahren weiter vergrößern könnte.


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