S01/E06 🎄 Weihnachten bei MANGOBLAU/AI – Das große KI-Spezial! 🎄 | KI Podcast
5 Min. Lesezeit • 24.12.2024
Der Dezember 2024 markiert einen Wendepunkt in der KI-Entwicklung. Dennis Westermann und Axel Berger blicken in dieser festlichen Sonderfolge auf die spektakulärsten Neuerungen zurück, die das Jahr abschließen. Von bahnbrechenden Modell-Updates bis hin zu praktischen Anwendungen wie Telefonbots – die beiden MangoblauAI-Gründer analysieren, wie sich die KI-Landschaft in rasantem Tempo verändert und was das für Unternehmen und Anwender bedeutet.
Der Dezember-Showdown: OpenAI vs. Google
Die letzten Wochen des Jahres glichen einem Tech-Feuerwerk. OpenAI startete eine zwölftägige Adventskalender-Aktion, bei der täglich neue Features vorgestellt wurden – präsentiert von den Entwicklern selbst in lockerer Wohnzimmer-Atmosphäre mit Weihnachtspullovern. Das Highlight: das O3-Modell, das in Programmierwettbewerben selbst die besten OpenAI-Entwickler schlug. Parallel dazu kündigte Google mit Gemini 1.5 Experimental ein Modell an, das für einen Tag als schlauster Text-Generator galt – bevor OpenAI mit O3 konterte.
Besonders bemerkenswert ist Googles Veo 2 für Videogenerierung, das dank der enormen YouTube-Datenmengen Konkurrenten wie Sora übertreffen soll. Dennis betont die Bedeutung dieser Datenbasis: "Google hat einfach ganz YouTube – und das ist viel." Die Diskussion macht deutlich, dass wir uns in einem engen Kopf-an-Kopf-Rennen befinden, bei dem auch Claude von Anthropic und Elon Musks Grok nicht unterschätzt werden sollten.
Projects und Canvas: Neue Workflows für Power-User
Zu den praktischsten Neuerungen gehört die Projects-Funktion von ChatGPT. Das Konzept: Mehrere Chats lassen sich einem Projekt zuordnen, sodass die KI den Kontext aller verknüpften Gespräche kennt. Dennis erklärt das Potenzial: "Wenn wir zusammen an einem größeren Projekt arbeiten, vielleicht über ein halbes Jahr, und du lädst alle Chats da rein – er weiß das alles. Mega powervoll."
Kombiniert mit der Möglichkeit, Dokumente hochzuladen, entsteht ein leistungsfähiges RAG-System (Retrieval-Augmented Generation), das besonders für Teams interessant ist. Die Canvas-Funktion ermöglicht zudem paralleles Arbeiten: Links der Chat, rechts die Ergebnisse. Während OpenAI bisher nur einzelne Dateien bearbeiten konnte, zeigt das Tool Bolt.new bereits, wie komplette Projekte mit mehreren Dateien gleichzeitig verwaltet werden können.
Telefonbots und die Zukunft der Sprach-KI
MangoblauAI entwickelt aktuell einen eigenen Telefonbot mit Oldenburger Nummer, der Deutsch und Englisch spricht und auf Dennis' geklonter Stimme basiert. Die Vision: Ein intelligenter Assistent, der Anrufe entgegennimmt, Informationen bereitstellt, E-Mails schreibt und bei Bedarf zu echten Mitarbeitern durchstellt. "Bei uns geht einfach immer erstmal der Bot ran", erklärt Dennis das Konzept.
Auch Google arbeitet an Agenten-Funktionen für Smartphones, die in Echtzeit sehen, was auf dem Display passiert, und entsprechend reagieren. Die gezeigten Demos – etwa ein Game-Spieler, der per Sprache nach Tipps fragt und sofort Reddit-Empfehlungen erhält – verdeutlichen das Potenzial für Programmierung, Design und komplexe Workflows.
Die Herausforderung der KI-Transparenz
Mit der zunehmenden Verbreitung von KI-generierten Inhalten wächst die Notwendigkeit für Transparenz. Dennis und Axel diskutieren die Problematik von ChatGPT-generierten Weihnachtsgrüßen und LinkedIn-Kommentaren: "Wenn ich zwei Zeilen gelesen habe und erkenne, das ist mit ChatGPT, lösch ich das Ding", gibt Axel zu. Die beiden entwickeln einen pragmatischen Ansatz: Künftig wollen sie KI-unterstützte E-Mails mit einem entsprechenden Hinweis versehen – ähnlich den automatisch generierten Dokumenten von Krankenkassen.
Die Unterscheidung zwischen "KI-unterstützt" und "KI-generiert" wird dabei zentral: Während KI-Unterstützung beim Zusammenfassen komplexer Projekte legitim ist, sollten vollautomatische Antworten klar gekennzeichnet sein. Für Übersetzungen empfehlen beide einen transparenten Umgang mit einem PS-Vermerk.
Der Dezember 2024 hat gezeigt: Die KI-Entwicklung verläuft exponentiell. Was vor einem Jahr noch unmöglich schien, ist heute Standard – und die Wissenslücke zwischen Power-Usern und Gelegenheitsnutzern wächst. Dennis' Rat für die Feiertage: "Macht mal das Handy aus zwischendurch." Denn bei aller Begeisterung für technologischen Fortschritt braucht es auch Momente des Innehaltens, um die Entwicklungen zu verarbeiten und bewusst einzusetzen.
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