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S01/E07 Perplexity.ai – Die Revolution der Suche | Glossar #2 | KI Podcast

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4 Min. Lesezeit • 29.12.2024

Die Art, wie wir nach Informationen suchen, verändert sich fundamental. Während Google uns jahrzehntelang mit Listen von Webseiten versorgte, durch die wir uns mühsam durchklicken mussten, verspricht eine neue Generation von KI-gestützten Suchmaschinen direktere Antworten. Dennis Westermann und Axel Berger von MangoblauAI nehmen in dieser Glossar-Spezialfolge Perplexity.ai unter die Lupe – ein Tool, das die Grenzen zwischen klassischer Suche und künstlicher Intelligenz neu definiert.

Das Baby von ChatGPT und Google

Dennis beschreibt Perplexity treffend als das Kind, das entstünde, wenn ChatGPT und Google ein Baby hätten. Im Kern nutzt die Plattform die Search-API von Google, kombiniert diese jedoch mit KI-Technologie, die Ergebnisse interpretiert, zusammenfasst und aufbereitet. Der entscheidende Unterschied zur klassischen Google-Suche: Statt einer Liste von Webseiten erhält der Nutzer sofort eine konkrete Antwort auf seine Frage – inklusive Quellenangaben.

Die Funktionsweise ist dabei bemerkenswert nutzerfreundlich. Dennis nutzt Perplexity täglich über die Diktierfunktion seines Smartphones. Er kann komplexe Fragen in natürlicher Sprache stellen, etwa: "Ich habe ein MacBook M1 und die Lautstärkensteuerung geht nicht." Die KI formt daraus automatisch eine präzise Suchanfrage und liefert die Lösung direkt zurück – ohne dass der Nutzer sich durch verschiedene Webseiten klicken muss.

Mehr als nur Suche: Features und Möglichkeiten

Besonders interessant sind die erweiterten Funktionen von Perplexity. Nutzer können ihre Suche gezielt eingrenzen – etwa auf wissenschaftliche Texte, juristische Dokumente oder ausschließlich Videos. Die Pro-Version bietet zusätzlich einen interaktiven Pro-Search-Modus, bei dem die KI vor der Antwort noch Rückfragen stellt, um die Suchanfrage zu präzisieren.

Ein weiterer Vorteil gegenüber Google: Perplexity fasst Informationen aus verschiedensten Quellen zusammen. Bei der Suche nach dem besten Podcast-Mikrofon würde die Plattform beispielsweise Reddit-Diskussionen, Nutzerbewertungen von Thomann und andere relevante Quellen auswerten – statt primär Kaufangebote und gesponserte Inhalte anzuzeigen. Nutzer können zudem eine Bibliothek anlegen, um Recherchen zu bestimmten Themen zu katalogisieren und Zusammenfassungen erstellen zu lassen.

Die Zukunft der Suche und der Werbung

Die Diskussion wirft auch Fragen zur Zukunft des Geschäftsmodells auf. Während Google sein Imperium auf Werbung aufgebaut hat, ist Perplexity derzeit noch weitgehend werbefrei. Beide Hosts sind sich jedoch einig: Werbung wird früher oder später auch in KI-Suchmaschinen Einzug halten. Perplexity hat bereits angekündigt, ab 2025 in den USA Produktvergleiche und Shopping-Funktionen mit Amazon-Integration anzubieten.

Dennis und Axel hoffen jedoch, dass die Werbeintegration subtiler erfolgt als bei Google, wo gesponserte Inhalte oft nur schwer von organischen Suchergebnissen zu unterscheiden sind. Die Herausforderung für alle Anbieter wird sein, ein nachhaltiges Geschäftsmodell zu entwickeln, ohne die Nutzererfahrung zu beeinträchtigen.

Perplexity ist kostenlos als App und im Browser verfügbar und bietet eine echte Alternative zur klassischen Google-Suche. Für Dennis ist es bereits "das neue Googlen" – eine Entwicklung, die den Platzhirsch Google durchaus nervös machen dürfte. Die Konkurrenz durch innovative Tools wie Perplexity und ChatGPT mit Search-GPT zeigt: Das Monopol der klassischen Suchmaschinen bröckelt, und das ist gut für die Nutzer.


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