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S01/E12: DeepSeek AI – Chinas Aufstieg in der KI-Welt | KI Podcast

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5 Min. Lesezeit • 02.02.2025

Die Tech-Welt steht Kopf. Ein chinesisches KI-Unternehmen namens DeepSeek hat mit seinem Modell R1 für Aufsehen gesorgt und zeigt, dass bahnbrechende Entwicklungen in der künstlichen Intelligenz nicht zwingend Milliardenbudgets erfordern. Dennis Westermann und Axel Berger analysieren in dieser Episode, wie DeepSeek mit vergleichsweise geringen Mitteln ein Modell entwickelt hat, das mit den großen Playern mithalten kann. Die Auswirkungen auf den globalen KI-Markt sind bereits spürbar – Aktienkurse schwanken, Experten diskutieren und die Branche fragt sich: Wie konnte das gelingen?

Entwicklungskosten: 5 Millionen statt Milliarden

Die Zahlen klingen fast unglaublich. Während OpenAI für die Entwicklung ihrer O1- und O3-Modelle Milliarden investiert hat, gibt DeepSeek die Entwicklungskosten für R1 mit lediglich 5 Millionen Dollar an. Dennis beschreibt diese Diskrepanz als "Peanuts im Vergleich" zu den Investitionen der amerikanischen Konkurrenz. Besonders bemerkenswert: Das kleine Team von fünf bis sechs Entwicklern hat das Modell als Side-Project einer größeren Investmentfirma entwickelt, die hauptsächlich im Krypto-Mining tätig ist.

Der entscheidende Durchbruch liegt in der Trainingsmethode. Statt auf menschliches Feedback zu setzen, nutzte DeepSeek eine KI, um eine andere KI zu trainieren. Diese Automatisierung des Lernprozesses könnte der Schlüssel zur Effizienz sein. Zudem arbeitete das Team mit älteren NVIDIA-Grafikkarten, die aufgrund von Exportbeschränkungen eigentlich nicht für solche Projekte vorgesehen waren. Die Nutzung für Endanwender ist dabei 95 Prozent günstiger als bei vergleichbaren Modellen von OpenAI.

Marktreaktionen und technologische Auswirkungen

Die Veröffentlichung von DeepSeek R1 löste unmittelbare Reaktionen an den Börsen aus. NVIDIA-Aktien fielen zunächst deutlich, da Investoren befürchteten, dass der geringere Ressourcenbedarf die Nachfrage nach High-End-Grafikkarten reduzieren könnte. Dennis widerspricht dieser Einschätzung jedoch: Wenn KI-Leistung drastisch günstiger wird, führt das zu einer massiven Verbreitung der Technologie – und damit zu einem höheren Gesamtbedarf an Hardware.

Innerhalb eines Tages erreichte die DeepSeek-App Platz 1 im US App Store und überholte damit ChatGPT. Auch andere Plattformen wie Perplexity haben das Modell bereits integriert. Die Open-Source-Natur von DeepSeek ermöglicht es jedem, den Code zu analysieren und nachzubauen. Erste Analysten bestätigen, dass die angegebenen Entwicklungskosten plausibel erscheinen.

Transparenz durch sichtbare Denkprozesse

Ein besonderes Feature von DeepSeek R1 ist die Sichtbarkeit der Denkprozesse. Während bei OpenAI nur "Thinking" angezeigt wird, zeigt DeepSeek detailliert, wie das Modell zu seinen Ergebnissen kommt. Dennis beschreibt diese Erfahrung als "maximal unheimlich" – als würde man einem anderen Menschen in den Kopf schauen. Diese Transparenz ermöglicht nicht nur besseres Verständnis, sondern auch präzisere Optimierungen.

Die Diskussion wirft auch Fragen zur Regulierung auf. Während China und die USA auf schnelle Innovation setzen, kämpft Europa mit dem EU AI Act und strengen Datenschutzrichtlinien. Dennis und Axel sehen darin eine Gefahr für die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen, betonen aber gleichzeitig die Notwendigkeit verantwortungsvoller KI-Nutzung. Unternehmen müssen ihre Mitarbeitenden schulen und Strategien entwickeln – eine Herausforderung besonders für den Mittelstand.

Die wichtigsten Erkenntnisse: DeepSeek beweist, dass Effizienz wichtiger sein kann als Budget. Die Demokratisierung von KI-Technologie schreitet voran, und Europa muss einen Weg finden, Innovation und Regulierung in Einklang zu bringen. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob DeepSeeks Angaben der Realität standhalten – doch bereits jetzt ist klar: Das KI-Zeitalter entwickelt sich schneller als gedacht.


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