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S01E25 Trump macht KI zum Schulfach, Qwen 3, Perplexity-Skandal & ChatGPT-Fails – Jubiläumsfolge 25 aus dem KI-Exil | KI Podcast

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5 Min. Lesezeit • 04.05.2025

Die 25. Folge von MangoblauAI markiert einen besonderen Meilenstein: Dennis meldet sich aus dem sonnigen Mallorca-Exil, während Axel das Studio in Deutschland hält. Doch trotz der räumlichen Distanz bleibt der Fokus scharf auf den aktuellsten Entwicklungen der KI-Welt. Von politischen Bildungsoffensiven über neue chinesische Modelle bis hin zu Datenschutzskandalen und technischen Fails – diese Jubiläumsfolge hat alles, was die KI-Szene gerade bewegt.

KI wird Schulfach in den USA – Deutschland hinkt hinterher

Donald Trump hat per Executive Order Künstliche Intelligenz zum Schulfach in den USA erklärt. Dennis zeigt sich beeindruckt von der Geschwindigkeit dieser Entscheidung, während Axel von seinen Erfahrungen mit deutschen Institutionen berichtet. Sein Versuch, einen KI-Ausbildungsberuf wie "KI-Kaufmann" oder "KI-Fachfrau" zu etablieren, scheiterte an der Trägheit des föderalen Systems. Die ernüchternde Aussage: Drei bis fünf Jahre würde es dauern, einen neuen Ausbildungsberuf zu etablieren.

Der Kontrast könnte kaum größer sein. Während Trump einfach auf den Tisch haut und Montag wird besprochen, mahlen in Deutschland die Mühlen extrem langsam. Dennis und Axel diskutieren, ob sie einen eigenen Ausbildungsrahmenplan entwickeln und an Friedrich Merz schicken sollten – mit einem Augenzwinkern natürlich. Die Realität bleibt: Asiatische Länder wie China und Taiwan bilden bereits seit Jahren gezielt KI-Talente aus, während Europa weiter abgehängt wird.

Qwen 3 und die Open-Source-Offensive aus China

Alibaba hat mit Qwen 3 ein neues Open-Source-Modell vorgestellt, das in Benchmarks mit Top-Modellen von Google und OpenAI konkurrieren soll. Doch Dennis zeigt sich überraschend unbeeindruckt: "Nach DeepSeek und Co – noch ein neues Modell, langweilig." Seine Begründung ist nachvollziehbar: Die Modelle werden immer besser, aber die Unterschiede sind marginal. Was er wirklich sehen will, sind Anwendungen, keine weiteren 0,1-Prozent-Verbesserungen in irgendwelchen Mathe-Tests.

Die beiden Hosts sind sich einig, dass es mittlerweile genug exzellente Open-Source-Modelle gibt. Der Fokus sollte auf praktischen Anwendungsfällen liegen, nicht auf immer neuen Benchmark-Rekorden, die ohnehin nur die oberen drei Prozent der Menschheit verstehen.

Perplexity-Skandal und das Ende einer Ära

Der CEO von Perplexity hat sich mit Aussagen über Datensammlung für personalisierte Werbung in seinem geplanten Browser einen veritablen Shitstorm eingehandelt. Dennis sieht darin den "Gnadenstoß" für das Unternehmen. Seine Begründung: ChatGPT bietet bessere Websuche, Google Gemini "zerstört alles gerade mit der Websuche", und Gemini ist direkt in Google eingebaut. Dennis hat sein Pro-Abo bereits gekündigt, Axel hält noch durch – aus Prinzip der Vielfalt wegen.

Die Diskussion zeigt ein grundsätzliches Problem: Während die großen Player wie Google und OpenAI ihre Such- und Recherche-Funktionen massiv ausbauen, verlieren spezialisierte Tools wie Perplexity an Relevanz. Die Arroganz, jetzt auch noch aggressive Datensammlung anzukündigen, könnte das endgültige Aus bedeuten.

Google Gemini 2.5 Pro und die Zukunft der Programmierung

Dennis ist regelrecht begeistert von Google Gemini 2.5 Pro Flash: "Das haut von der Leistung alles in Klo." Er berichtet von einem spontanen Experiment, bei dem er innerhalb von zehn Minuten ein vollständig funktionierendes Snake-Spiel mit Effekten und Highscore programmieren ließ – ohne selbst eine Zeile Code zu schreiben. Seine Begeisterung ist spürbar: "Wir sind so nah dran an dieser Realität, wo du dir den Film erstellen lässt, auf den du gerade Lust hast."

Die Diskussion führt zu einer ernüchternden Prognose: Eric Schmidt, ehemaliger CEO von Google, hat kürzlich prognostiziert, dass innerhalb der nächsten sechs bis zwölf Monate etwa 90 Prozent aller Programmierer ersetzt werden – und die restlichen zehn Prozent in den darauffolgenden zwölf Monaten. Dennis ergänzt, dass der Schwerpunkt aller großen KI-Unternehmen eindeutig auf Programmierung liegt, weil sie sich zunächst ihre eigenen Tools bauen wollen.

ChatGPT Shopping und die Agent-to-Agent-Zukunft

OpenAI hat eine Shopping-Funktion direkt in ChatGPT integriert, vermutlich in Kooperation mit Shopify. Dennis träumt von seinem persönlichen Jarvis-Assistenten, der einfach nur sagt: "Der Flug ist gebucht, das Taxi kommt um 10." Die Technologie dafür entwickelt sich rasant: Google hat mit A2A (Agent to Agent) einen neuen Standard vorgestellt, bei dem KI-Agenten direkt miteinander kommunizieren können.

Das Szenario: Dein ChatGPT-Agent will eine Reise buchen, findet einen Webshop mit eigenem Agenten, und die beiden regeln alles untereinander. Für Webshop-Betreiber bedeutet das eine neue Herausforderung: SEO für LLMs wird zum Thema. Websites müssen crawler-freundlich gestaltet werden, mit strukturierten Daten in JSON-Format, damit KI-Agenten die Informationen optimal auslesen können.

Notebook LM jetzt auf Deutsch und Manus als Game Changer

Notebook LM, Googles Tool zur Podcast-Generierung aus Dokumenten, unterstützt jetzt offiziell deutsche Stimmen. Dennis berichtet von einem praktischen Anwendungsfall: Vor einem Vortrag über Podcasts für Unternehmen hatte er kaum Zeit zur Vorbereitung. Er ließ Google Gemini seine Präsentation zusammenfassen, fütterte den Text in Notebook LM und hörte sich im Auto die 20-minütige Podcast-Zusammenfassung an – perfekte Vorbereitung während der Fahrt.

Als absoluten Game Changer der letzten 25 Folgen nennt Dennis jedoch Manus (ehemals Cursor): "Das ist komplett alles. Es denkt so weit voraus, es ist unfassbar in allen Belangen." Für Web-Research und Programmierung sei es das Krasseste, was er je gesehen habe. Axel stimmt zu und ergänzt die Advanced Voice Funktion von ChatGPT, die natürliche Gespräche mit Unterbrechungen ermöglicht – für ihn ein echter Durchbruch in der Mensch-KI-Interaktion.

Key-Takeaways der Jubiläumsfolge

Die 25. Folge zeigt deutlich: Die KI-Entwicklung beschleunigt sich weiter, während Deutschland strukturell hinterherhinkt. Open-Source-Modelle aus China sind stark, aber die Anwendungen fehlen noch. Die großen Player wie Google und OpenAI bauen ihre Ökosysteme massiv aus und machen spezialisierte Tools überflüssig. Für Entwickler und Kreative bedeutet das: Wer sich nicht mit KI beschäftigt, wird von der Konkurrenz überholt. Die Zukunft gehört denen, die KI als Werkzeug verstehen und einsetzen können – nicht denen, die gegen sie ankämpfen.


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